25.August 2021

Mitten im Wald in freier Natur spannte irgendeiner vor langer Zeit einen Stacheldrahtzaun. Daran wuchs ein Baum und zwar in Länge und Breite. Leben ist Bewegung und Ausdehnung.

Der Baum, namentlich ein Ahorn, das tut aber gar nichts zur Sache, hat das Hindernis überwunden und überwachsen. Leben ist und bleibt ein Wunder. Man kann sich ihm nicht in den Weg stellen. Ho, ho, sprach ein Stacheldraht: ich existiere! Ja, und? sagte das Universum.

Der Baum ist diesem künstlichen Produkt haushoch überlegen. Fest geerdet und gehimmelt hält er stand. Der Baum braucht den Stacheldraht nicht. Der Zaun aber den Baum. Die Größenverhältnisse Stacheldraht zum Baum geben die Wahrheit wieder, unübersehbar. Draht ist tot und künstlich, ein Baum natürlich, wesentlich.

Schnipp, schnapp und Ende Gelände. Manche Dinge muss man einfach tun, dann hat es eine Wirkung. So schafft man Wirklichkeit.

Die Zeichen stehen gut. Mit dem Gehen schmeißt sich der Weg unter die Füße. Immer. Lange Zeit hab ich es nicht bemerkt, glaubte an haltlose, sperrige, selbstverletzende Dinge. Sah den Zaun und nicht den Baum.

Die Leitung steht.

Auf das Leben hören.

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