30.September 2021

Ja, das soll es geben. Es gibt immer etwas zu tun!

Ich lebe in einer Welt voller Imperative.

Halte dies! Mache das! Erhöhe die Schwingung, die Frequenz! Tanze! Singe! HöherWeiterBesser! Und bist du noch nicht da? Na, hast du dir wohl selbst kreiert! Warum machst du denn so was? Du hast die Wahl.

Ja, auch. Aber, echt jetzt? Leute. WTF.

Ich bin jetzt hier. Mache gar nichts, weil ich ja schon bin. Einfach nur so bin. Nur so.

Was will mir das Leben jetzt sagen? Höre ich zu? Warum heißt es: Er hat aufgehört zu leben?

Wahrscheinlich, könnte sein, will ich nicht und bin damit gedanklich beschäftigt dorthin zu kommen, wo ich gerade eben nicht bin, weil ich ja hier bin. Dort drüben aber, so meine ich und wird mir suggeriert, müsste ich sein und ich müsste noch etwas tun, damit ich dahin komme, wo ich noch nicht bin, weil ich hier nicht sein möchte. Es gibt immer etwas zu tun. Packen wir es an! Irgendwo da draußen, in den unendlichen Weiten des Universums, dort ist etwas und das wird mir sagen, wohin ich gehen muss, suchen muss, damit ich mich endlich da finden kann, wo ich sein will, wovon ich noch gar nichts weiß, was das ist, weil ich ja hier noch nicht bin oder noch nicht genug. Mängelexemplar, unvollständig. Und man macht mir permanent Angebote, damit ich endlich dort ankomme und mich finden werde, also mich in echt, weil jetzt bin ich da noch nicht. Den Scheiß soll einer verstehen! Ich tue es nicht.

Bullshit. Viel Spaß beim Suchen.

So wird das alles nix. Da lebt ja der Hund besser! Er ist einfach so. Im Hier und Jetzt. Ausgenommen sind jetzt alle Fälle, wo man auch dort hineinlangt und manipuliert. Auf jeden Fall ist er einfach so. Es gibt für ihn keine bessere Version. Lediglich seinem Herrchen läuft er hinterher. Selbst, wenn dieser nicht so ganz in der Hose ist, neben sich steht, auf der Suche im unendlichem Weltall, dort, wo er meint sich zu finden.

„Eine Seele von Hund“, Zeichnung auf Papier, 42×60, 2021

Auf jeden Fall freut er sich, wenn er mich sieht. Einfach so. Die äußeren Umstände scheinen ihn null zu interessieren.

Es gibt nichts mehr zu tun.

Ich muss nicht HöherWeiterBesser schwingen, weil ich schon da bin und die ganze Zeit schwinge. Einfach so, lustig vor mich hin. Die ganze Zeit. Jetzt.

Ja, und manchmal schwinge ich und vielleicht auch niedrig und dann ist das so. Ich höre hin. Was will mir meine Seele gerade sagen? Und höre ich nicht, so kommt vielleicht eine Depression oder ein schwarzer Hund und das ist gut so.

„Seelensprache“, Zeichnung auf Papier 42×60, 2021

Wie lese ich das?

Und es ist nun mal so, das sie ihre ganz eigene Sprache spricht. Niemand sonst, nicht ein zweites Mal, spricht diese Sprache. Sie ist einzigartig, nicht kopierbar, individuell. Es kann mir auch niemand sagen, was das bedeutet. Ich werde in den unendlichen Weiten keine Antwort finden oder einen Außerirdischen vom anderen Stern, der mir sagen kann, wer ich bin. Ich brauche auch derzeit keinen Psychologen fragen, denn das scheinen die auch nicht zu wissen! Ganz im Gegenteil. Es gibt keinen Experten da draußen, der mir sagen kann, was das bedeutet, wie ich gemeint bin. Ja, und das soll nicht sein. So einfach ist das.

Die Antwort liegt in mir. Es gibt etwas sehr großes und das ist in mir.

Es gibt nichts mehr zu tun und ich lasse einfach ganz viel weg, links(!) liegen, ziehe ab, entferne, opfere und komme so immer mehr zu mir. Ich bin meine Heimat, mein Universum, unendlich weit.

Es kann so einfach sein.

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