07.September 2021

Damals, als ich Julia Camerons Buch, Der Weg des Künstlers, las, fasste ich einen Entschluss und wünschte mir: Ich will authentisch sein! Ich will ganz ich selbst sein.

Den Nachtrag las ich auch: Vorsicht! mit dem Wünschen, denn es könnte in Erfüllung gehen.

Na gut, dachte ich, was soll mir schon passieren? Ich zeige mich, so wie ich bin und sage meine Meinung. Kann ja nicht so verkehrt sein. Und den anderen sag ich es auch! Ich bin ich und du bist du und hier darf doch jeder seine Meinung sagen! Und dann sehen wir mal, was die Wahrheit ist.

Ja, ich hab es nicht besser gewusst und bin los. Mutig, frisch und unvernünftig.

Oft hab ich beobachtet, dass Menschen meine Bilder ansehen und sich abwenden. Sie waren unangenehm berührt. Eine Künstlerin war so entsetzt und sagte: So was dürfe man nicht machen! So was male man nicht. Kirche und Staat seien getrennt! Man malt nichts Privates. Sie war erregt. Ich könne das ja und solle studieren gehen, sagte sie und drehte sich um. Weg war sie und ich ging nie studieren.

Warum regen wir uns auf? Ich rege mich auf, weil ich etwas sehe, was nicht da ist.

Was sehe ich? Schatten. Ich träume und sehe Bilder, die es nicht gibt. Illusionen. Fleißig abgebildet und eingebildet. Zusammengetragen und damit identifiziert. Authentisch halt. Hatte ich mir gewünscht. Ich bin so ehrlich.

Das, was du hier siehst, das meiste davon, entspringt dem verrückten Gedanken, ich sei schuldig. Mit dem Ab-sprung, der vermeintlichen Absonderung vom Ursprung, entwickelte ich den irren Gedanken mich schuldig zu machen. Na ja, an für sich wusste ich ja lange gar nichts vom Ursprung. Wir alle gehen durch das Vergessen. Hier angekommen, mit diesem Gedanken in mir, von dem ich nichts wissen will, der nicht sein darf, so schmerzhaft, ging ich in Resonanz mit Trennung, Aggressionen, Trauer, Wut, Verzweiflung, ANGST. Ich will dieses Schuldigsein nicht, deshalb sind es die anderen! Und ich machte mich auf die Suche nach Tätern, die da draußen lauern. Geht ja nicht anders, so dachte ich. Ein Trost ist mir geblieben, ich kann die Schuld auf andere schieben. Sehr schmerzhaft, sehr leidvoll.

Ich bin hier genau richtig. Ich lebe im Schatten, bin Schauspieler in einem Theater, hier in dieser Welt, hier in dieser erzkatholischen Stadt, hier in Deutschland. Ein deutsches Kind. Ich muss nicht weg, denn oft denke ich an Flucht, an Entkommen. Ich denke, ich hau hier ab, packe meinen Koffer und alles wird gut. Flucht! Ich bin jetzt, hier und genau am für mich richtigen Ort mit all den Menschen um mich herum. Davon mal ab, ich kann hingehen wohin ich will, ich nehme mich immer mit.

Jetzt hab ich viele Schatten gemalt und in mir die Gedanken und Gefühle von: mach weg. Ist peinlich, ist mir sehr, sehr unangenehm, muss weg, Entsetzen, Herzrasen! Ne, ne, ne. Ich bin authentisch und bleib dabei. Ich bin ich und Ich ist Illusion. Ich bin. Sein. Der Teil in mir, der träumt, offensichtlich, ist Illusion, weil er auf einen Gedanken gründet, der unwahr ist! Die größte Krankheit im Geiste, die es gibt, ist zu glauben, wir seien schuldig und uns damit zu identifizieren. Wenn wir das glauben, machen wir uns schuldig, nach innen und nach außen. Es geschieht dir nach deinem Glauben. In Wahrheit bist du und ich immerdar in der Liebe, in GOTT, im Schöpfer, in der Quelle oder wie du es nennen magst. Wir sind nie woanders gewesen als dort und träumen. Mittlerweile ein recht schlechter Traum, wenn nicht sogar Alptraum.

Dort draußen lauern Schatten, die wir pojizieren, wir führen Schattenkriege. Das Reich der Schattenkönigin.

Ich nehme alles an, was ist und kämpfe nicht dagegen. Tue ich das, kämpfe ich gegen mich selbst. Die Ahnen, Mitmenschen, Nachbarn, Politiker, das Geld sind geistige Aspekte, die ich erschuf. Die Welt ist das, was ich sehe. Das, was ich sehe, unterliegt meiner Deutungshoheit. Ich kann damit aufhören.

Ich bin Du. Wir sind EINS (nicht gleich!). Wir existieren geistig ineinander.

Ich lasse all die Vorstellungen einer Trennung los, vergeb mir selbst und lasse auch vom Gedanken ab, ich hätte das nicht verdient, verdiente Strafe. Irre! All diese Gedanken übergebe ich dem Vater, von dem ich mich nie trennte.

Jetzt bin ich so authentisch zu sagen, dass ich auf dem Weg bin. Ich bin ein Wellenreiter, den Blick fest auf mein Ziel gerichtet. Schau nicht zurück. Unter mir endlos tiefes Wasser. Falle ich vom Brett, was passiert, so steh ich halt wieder auf und mach weiter. Ich bin ein Mensch. Einer, der weiß.

Ich muss auch für niemanden beten und ihn als Lichtarbeiter heilen wollen! Denn er ist da schon.

Ich sehe dich, so, wie du bist: in deiner unerschöpflichen Kraft und in deiner Liebe, heil und ganz.

Das ist der größte Liebesdienst, den ich dir geben kann.

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