11.Februar 2021

Ein Mensch hat sein ganzes Leben gearbeitet und träumt von einer glückseligen Zukunft. Diese liegt auf einer fernen Insel irgendwo im Meer. Dort scheint immer die Sonne und die Temperaturen sind ihm wohlgesonnen, da seine Glieder schmerzen. In seinem alten Leben leidet er an Kälte, dem Getriebensein, der Arbeit, die ihm schon lange keinen Spaß mehr macht und irgendwie auch an der Welt. Er scheffelt und spart für seinen Traum. Dann kommt der Tag und er wandert aus. Glückseligkeit, Sonne, Freude pur. Für den Moment. Dann, nach kurzer Zeit, muss er sich eingestehen, auch hier findet er nicht sein lang ersehntes Glück. Vieles hat er geändert

und sich selbst immer mitgenommen.

Zum Schluss will er wieder zurück in die Gewohnheit.

Es heißt, man solle nicht urteilen oder bewerten. Ja, kann man so machen. Wie bitte soll ich dann ent-scheiden? Wie soll ich so etwas heraus finden?

So einiges habe ich heraus gefunden. Ein Experte findet heraus! Und wenn er dabei bleibt, ist er lost. W-e-c-h. Denn, das wichtigste in der Wissen-schaft ist doch folgendes: Ein Wissenschaftler nimmt sich immer mit, will heißen: er sieht und forscht mit seinen Augen, kann gar nicht unabhängig sein! Er sieht, was in ihm ist und ein Auge schaut von innen nach außen. Ja, das ist die Krux mit der freien Wissenschaft. Es sei denn, er nimmt sich nicht so wichtig, öffnet sich für das große Ganze und spielt. Er muss bereit sein, sich zu verlieren. Ein Wissenschaftler ist ein Ent-decker. Das hört eigentlich nie auf, denn es gibt immer etwas zu ent-decken. Im Grunde genommen kann er dir nur sagen, was nicht stimmt, falsch ist. Er widerlegt und entkräftet, weil er weiß. Er weiß dies, weil er es selbst ausprobiert, erforscht hat. Nix Theorie! Praxiserfahrung. Er muss bereit sein, sich jeden Tag eines besseren belehren zu lassen. Wissenschaftler sind kauzige, einsame Gesellen, gern allein. Öffentlichkeit finden sie doof, denn sie verwirrt ihn und hält ihn ab von seiner Arbeit. Im Grunde ihres Herzens sind sie Einzelgänger, Maulwürfe mit Tunnelblick.

Ein Schatz will gut versteckt sein.

Auf den Weg dahin begibt man sich in die Finsternis. Druck, Drama, Abstieg und Schwere sind dein Begleiter. Je tiefer ich steige, desto größer wird die Dichte. Erfahrung und Diamantenschliff.

Und zum Schluss wird der Wissenschaftler erkennen: das ist alles in mir drin und es gehört zu mir und nicht zu mir! Sowohl als auch. Und vor lauter Falsifizierung bleibt da nicht viel übrig. Und dann fasst er sich ein Herz, das, was noch da ist, das wird er nehmen und dann geht die Reise erst so richtig los! Dann kann er überall hin und ist überall zu Hause. Am besten reist man mit leichtem Gepäck.

Ja, Wissenschaftler finden heraus.

Und erst dann finden sie wieder herein.

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