23.März 2021

Revolver II

Schaue nochmals, die letzten 38 Minuten. Diesmal achte ich nicht auf die Geschichte, sondern nur auf die Monologe. Überlege, ob ich nicht gerade auch in meinem „Revolver“ bin. Ist da draußen dieser Film? Gibt es überhaupt „da draußen“? Dann bin ich der Protagonist und weiß, ich muss nicht mitspielen, denn Ich bin das nicht.

Wenn ich das nicht bin, wer bin ich dann?

Ich weiß, wer ich bin in Wahrheit.

All das ist schon vorbei, gewesen. Der Film ist schon lange abgedreht und verkauft. Und wie bei einem von der Energieversorgung getrenntem Ventilator, beobachte ich noch das langsame Ausdrehen der Rotorblätter. Was ich damit sagen möchte:

Es ist vorbei! Wir sehen nur noch ein kurzes Aufbäumen, ein energieloses Dahinvegetieren, oder besser hirnlos? Es liegt an dir, an mir, an uns, in wie weit wir da noch Energie rein stecken. Etwas am Leben erhalten, was schon lange tot ist. Hinfällig. Vergangen.

Aber diese Ent-scheidung muss ein jeder selbst fällen. Alte oder neue Zeit? Womit ich bei der Zeit bin. Diesem Phänomen. Ist das das richtige Wort?

Der Künstler hat dazu ein Bild. Ich habe ihn gefragt, wie er das meint und er schweigt. Dann sagte er: Das weißt du doch schon längst! Hör auf zu fragen.

die Zeit, Bleistift, Kohle und roter Faden auf Karton, 2021

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