06. August 2020

Ich sitze in einem Fließgewässer, bis zum Hals, ca. 10°C.

Früher bin ich mal mit den Füßen rein und der Schmerz kam sofort, unverzüglich, stechend. Das ging hoch bis in den Kopf. In etwa so, wie wenn man in ein Eis beißt und sich die Kapillargefäße im Kopf krampfartig zusammenziehen, wovon man blöde Kopfschmerzen bekommt. Ich hielt nie lange aus. Da mir früher manchmal die Gefäße auch in den Finger krampften, sie schneeweiß wurden, testete ich auch einmal auf Morbus Raynaud. Dafür füllt man Eiswürfel mit Wasser in eine Schüssel und legt seine Hände hinein. Zuvor hatte ich noch die Timerfunktion an meiner Uhr gestartet. Das hätte ich mir auch sparen können, denn ich kam nie weit. Der Schmerz war übermächtig.

Bis ich Wim Hof kennenlernte und auch der Rat eines Daniele Ganser nicht mehr aus meinen Gedanken kroch. Dieser hatte nämlich das Kaltduschen entdeckt.

Warum? Ich wollte wissen, ob alles nur Kopfsache ist! Sind es wirklich nur Gedanken, die uns sagen, etwas sei „kalt“ oder „gefährlich“? Kann ich so etwas steuern? Bin ich dem ausgeliefert? Bei ca. 60000 bis 70000 Gedanken (im Durchschnitt!) am Tag ist ja so einiges los im Kopf…..

Also sitze ich da, wie gesagt und atme, tief und gleichmäßig, schaue in den Himmel und beobachte an der anderen Uferseite den kleinen, vergnügten Jungen. Er, in Badehose, spielt im Wasser. Rein, raus, am Ufer entlang. Probiert es bis zur Hüfte. Wieder raus, wieder rein. Kein Thema für den jungen Mann. Er hat Spaß! „Komm jetzt raus“, sagt die Mutter. „Trockne dir die Beine ab, sind ja schon ganz kalt. Sonst wirst du noch krank! Und dann kannst du nächste Woche nicht in den Kindergarten!“ (Anmerkung: das ist wohl nicht im Sinne des Rackers)

Ein Hund springt ins Wasser. Muss ein Labbi sein, schwimmt nämlich durch. Ihm gefällts. Er ist nicht gestorben, schwimmt ans Ufer, schüttelt sich und springt wieder rein. Ist nicht raus zu bekommen. Frauchen fragt: „Ist das nicht kalt?“

Ich bin auch nicht gestorben, weil ich ja hier noch schreibe. Im Januar damit angefangen und auch nicht krank geworden. Warum? Ich habe nicht an meine Gedanken, nennen wir sie Einflüsterungen, Konditionierungen, geglaubt! Ganz einfach.

Wir zerbrechen uns manchmal lieber den ganzen Tag unser kleines Köpfchen, als mal etwas zu wagen und über den Gedankenteller zu sehen.

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