29. Oktober

Für den Begriff Gott kannst du auch den Schöpfer, den Vater, das Universum einsetzen, halt deinen Namen dafür. Ich habe sehr lange mit diesem Begriff gerungen und rede meistens von Gott.

Mit 14 Jahren beobachtete ich folgende Szene: ein Mensch klebte ein Poster an einen Spiegel. Darauf stand in großen gelben Lettern auf schwarzem Hintergrund:

MEIDET DAS BÖSE IN JEDER GESTALT

Ich habe mich darüber köstlich amüsiert. Wir, denn es war eine Gruppe, hielten uns die Bäuche. So christliche Menschen, denn mit der katholischen Kirche hatte ich damals schon früh gebrochen, waren mir nicht geheuer. Der Satz „Prüf aber alles und das Gute behaltet“ stand nicht mit dabei, denn das sollte ich in meinem Leben schmerzhaft erfahren! Das Poster habe ich damals mitgenommen, ich konnte nicht anders, nachher in einer Kiste verstaut und wohl irgendwann weggeschmissen. Die Erinnerung daran lebt.

Warum schmerzhaft? Weil ich unter anderem niemals geglaubt hätte, dass er mich persönlich meint! Genau das wird dir überall gesagt, gezeigt und genau das findet in der Erziehung in der Regel statt! Nimm dich nicht so wichtig, du bist ein kleines Licht, stell es unter den Scheffel, gehorche! füg dich, ordne dich unter! Aus dir müssen wir erst noch etwas machen,          er-ziehen. Das ist meine Meinung und so habe ich es erfahren. Und das ist genau das, was man mich in der katholischen Kirche lehrte: du bist schuldig, jetzt gib acht Sünderlein, bitte um Vergebung und wenn du dann da oben stehst, dann gnade dir Gott! Ein weißes Laken voller schwarzer Flecken. Und ob du dabei bist im Paradies? Ob Gott dich liebt? Na ja, kommt ganz darauf an. Sei dir da mal nicht so sicher!

Auch dieses „ans Kreuz schlagen“ fand ich schon immer sehr grausam, bestialisch. Welcher Gott tut denn so was?! Kann man ja nur Angst haben. (An dieser Stelle verschone man mich bitte mit der handelsüblichen Erklärung)

Intuitiv hatte ich dort wohl das Gefühl immer die A-Karte zu haben und trennte mich. Im Nachhinein war das gar nicht so verkehrt.

Es hat dann noch einiges gedauert, bis ich die Sache mit dem Willen gerafft habe 😉 und was jetzt „böse“ ist. Ich wollte aber auch nicht hören und nicht sehen. Das Universum verfügt dort über viele Methoden und ich hielt alle für gemein, unerträglich, bescheuert, ungerecht und schlecht und fragte: warum tun die mir so etwas an? Und ich dachte tatsächlich ein hochgezüchteter Verstand wäre eine Hilfe und eine tolle Arbeit in diesem System zu haben, wer zu sein, Ziel in diesem Leben. Ja, und das Leben, Gott, hat das aber für mich ganz anders gesehen und rückblickend ist das auch gar nicht verkehrt. Ganz im Gegenteil: er meint es immer, bedingungslos! gut mit mir. Die ganze Zeit war er an meiner Seite und flüstert leise:  komm zu dir selbst. Erkenne, wer du bist, sei einfach du selbst. Meistens ist es genau das Gegenteil von dem, was viele mir hier die ganze Zeit verklickern wollen. Und, weil wir (nicht jeder! und doch allgemein) uns so dermaßen von seinem Willen entfernt haben, so dumm und hochmütig wurden, haben wir jetzt etwas kreiert, dass uns eines besseren belehrt und es trifft jetzt jeden ganz persönlich. Wir werden nicht umhin kommen uns davor weiterhin drücken zu können. Es läuft auf Hochtouren. Es geschieht jedem nach seinem Glauben und Gedanken erschaffen Realität.

Wenn ich meine Gedanken beobachte und die Gefühle, die diese auslösen, kann ich überprüfen, ob dieser geistige Ort, an dem ich mich gerade befinde, mir guttut oder nicht. Ich kann mich fragen: will ich hier sein? Und wenn ich das nicht möchte, dann sollte ich das ändern. Änderst du es nicht, bleibst untätig, dann macht das halt das Leben für dich, also Gott.

Im übrigen möchte ich hier einmal sagen, dass ich mich in meine Urteile und Bewertungen über andere mit einbeziehe. Die allermeisten Bilder malte ich von mir. Es sind i.d.R. selbstkonfrontative Selbstportraits.

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