26. Juli 1984

Höhle 2018, Transfer auf Holz

Vor langer Zeit (Jahrhunderte? Jahrtausende?) sperrte man die Menschenkinder in eine Höhle, wo sie brav den Schatten folgen, die man ihnen an die Wand projiziert. Dort sitzen sie nun, fern ab vom Lichte und der Wahrheit, eingesperrt, wie in einem Eisenofen, abgetrennt. Mit Pommes, Chips, Bier und Wein, Cola zappen sie durchs Schattenmeer.

Es gab schon immer ein paar, die wagten sich an den Ausgang dieser Höhle und schauten ein wenig ins einströmende Licht. Manch einer ging zum Sonnenbaden auch einmal hinaus. Solche müssen sich immer eine Menge anhören, da sie doch von absonderlichen Dingen zu berichten haben. Zum Beispiel davon, dass das Leben doch auch ganz anders sein kann.

Das Auge passt sich an.  Nach langer Lichtabwesenheit kann es zuerst sehr schmerzen und es geht einem durch Mark und Bein. Manchmal ist man geblendet. Eine Adaption geschieht durch Blinzeln, dem schrittweisen Vorantasten. Schützend werden dort Hände vorgehalten. Niemals sofort und direkt ins Licht schauen! So was braucht seine Zeit.

Jetzt sitzen sie da in ihrer Höhle und wollen partout nicht einmal ein paar Schritte riskieren. Wie angetackert. Gewohnheitstiere. Dabei entsteht Erfolg (oder eine Besserung) ja immer (nur!), wenn man sein Sofa, die Komfortzone, einmal verlässt, etwas wagt und in Bewegung kommt.

Was also tun?

Abwarten. Dauert nicht mehr lang. Schon längst ist ja ein Feuer entfacht in dieser Höhle.

Wenn ich von „der Wahrheit“ rede, so weiß ich auch nicht sie zu definieren. Musst du schon selbst für dich herausfinden. Auf jeden Fall macht sie frei. Sie achtet die Würde des Menschen. Dafür ist ein jeder selbst verantwortlich.

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