17.November 2020

Laut einer Pressemitteilung „Die Welt“ hat wohl ein elfjähriges Mädchen in Karlsruhe ihre Geburtstagsfeier unter Mikroben-Regeln mit dem Leben von Anne Frank im Hinterhaus verglichen. Die Aussagen prüfe jetzt die Staatsanwaltschaft. Es findet sich auch gleich eine Denunziantin via Twitter. Man echauffiert sich. Geschmacklos! Völlig unangebracht!

Damals ging ein 12jähriges Mädchen zum ersten Mal in eine Bibliothek und mit ihrem ersten Ausweis holte sie sich ihre ersten zwei Bücher. Zuvor hat sie viel Ärger gemacht, so meinten die Lehrer, denn sie las eigentlich nur Comics, am liebsten. Dabei rümpften sie die Nase. War was für nicht so gut situierte. Auf jeden Fall hatten es diese zwei Bücher in sich. Das Mädchen las sie in einem Rutsch, atemlos auf dem Bett und ein Schauer lief ihr dabei des öfteren über den Rücken. Mit den Protagonisten fühlte sie sich eng verbunden. Sie hießen Anne Frank und Georg Samsa. Komisch, dachte das Mädchen, die schreiben ja über mich und es war ein bisschen tröstlich, denn sie fühlte sich nicht so allein mit ihren Gefühlen und ihrer Wahrheit.

Ja, was Wahrheit ist, wissen wir nicht. Aber, was in Teufels Namen ist eigentlich mit euch los?! Da werden Menschen in einer Demokratie (hüstel) öffentlich des Nazipropagandageschwurbelterrors diffamiert, fortlaufend, bis zur Existenzvernichtung und dann das?! Echt jetzt? Weil ein Kind über Gefühle spricht? Habt ihr sie noch alle?!

Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer 100 x 120 Acryl auf Leinwand

Und „so was sagt man nicht, so was denkt man nicht, kannst du nicht vergleichen“ hab ich jetzt auch satt. Das alles hängt mir dermaßen aus`m Gesicht raus, du kannst es dir nicht vorstellen!

Das Kind war ich. Es war 1982.

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