28.Dezember 2020

Ich bin Frühaufsteher und lebe sehr gut damit. Als Kind wurde mir relativ schnell klar gemacht: kannst früh aufstehen, aber glaub bloß nicht, wir tun es dir gleich. Ich lernte früh mich allein unter den Schlafenden auf den Weg zu machen.

Im Sommer ging ich raus und wirkte recht verloren. Wirklich weit und breit niemand da und früher gab es das noch: Gleichgesinnte auf der Straße. Anscheinend waren auch Gleichgesinnte noch nicht bereit. Bei der Freundin waren alle Jalousien runter und ich erinnere mich an die ein oder andere böse, ja zornige Szene, wenn ich es gewagt hatte zu klingeln. Jalousien runter hieß, du musst geduldig sein. Oft nutzte ich die Gelegenheit und spielte mich durch fremde Sandkästen in fremden Gärten. Es gab fiel zu entdecken.

Oft erinnere ich mich an nagende Langeweile-Symptome und war voller Ungeduld.

So auch heute.

Looking for humans, Mischtechnik auf Aquarellkarton, 2020

Es sind diese Tage, voller Ungeduld und sehnsüchtiger Fleherei. Es könnte doch alles ein bisserl schneller gehen! Jetzt, sofort, auf der Stelle. Ich hab keinen Bock mehr auf Schnarchnasen. Und ich steh dazu. Es ist, wie es ist und auch das geht vorüber. Langeweile ist ja auch nur ein Vakuum, wo Neues entstehen kann, wenn man bereit ist, sich ihr hinzugeben. Ich sterbe nicht. Ich kreiere.

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