01. November 1984

Ein Schulbrief flattert ins Haus. Das Kind soll daheim bleiben, weil der „Feind“ sein Unwesen treibt. Ich lese „Absonderung“ und assoziiere laut.

Collage, Acryl auf Karton 2017

Mein Gegenüber sagt: Hör auf! Ich bin beim Essen.

Im Brief werden zwei Schüler genannt, namentlich, öffentlich. Sie stehen auf dem Marktplatz, für jeden ersichtlich, allein.

Jeder, der mit jenen Kontakt hatte,…….mindestens Absonderung! Jetzt werden „Abtrünnige“ konsequent verfolgt und aufgespürt, gnadenlos. Dann droht die Folter.

Ich fühle den Schmerz, den Druck und eine unendlich große Traurigkeit und in mir ist der Gedanke: wie kann man nur?

Und dann ist da auch der Gedanke, dass jede Seele ihren Plan hat. Die namentlich Erwähnten wurden um Erlaubnis gefragt und sie gaben wohl ihre Zustimmung. Natürlich muss man hier fragen, in wie weit ein Kind, ein junger Erwachsener denn unter diesem Druck, mit dieser Propaganda und Manipulation überhaupt eine freie Entscheidung treffen mag? Wir wissen es nicht. Wir kennen den Plan nicht. Und ich sehe die Liebe! Da sind zwei Seelen, die sich bereit erklären und uns mahnen: seht hin, fühlt hin, empfindet! Habt Mitgefühl.

Ich möchte diesen Seelen und allen anderen, die gleichfalls auf dem Scheiterhaufen stehen, meinen größten Dank aussprechen, heute an diesem Tag, Allerseelen.

Möge Segen sein.

Jetzt & Hier & ewig

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