24.Januar 2021

Schon morgens beim Aufstehen ist klar, dass es ein schwieriger Tag werden wird. Kürzlich schon, als der erwartete Messias wegbrach, stand der Begriff „katatonische Starre“ im Raum. Den üblichen Gebrauch finde ich ja wieder einmal sehr einseitig. Andererseits, wenn man Fromm gelesen hat, scheint er doch auch gut zu passen….Fromm ging ja davon aus, dass die Gesellschaft in Zügen schizophren ist. Anspannung von Kopf bis Fuß finde ich passender. Im Körper, im Geist und in der Seele. Und im Außen. Es scheint so, als würde sich rein gar nichts bewegen. Stillstand.

Und dann beobachte ich, wie der Verstand die Bühne betritt: Tue dies, tue das. Ganz viele Ideen ploppen auf. Nee, neee. Er will wieder spielen, der Schlingel. Wie wäre es, ich fühlte diese Erstarrung einmal komplett durch? Gefühle fühlen ist so eine Sache. Sehr schmerzhaft und oft wollen wir es lieber verdrängen, verschweigen (beharrlich; Mutismus, wie ich lese) und verleugnen. Ein Gefühl, das du nicht fühlen möchtest, verhärtet sich.

Das sitzt das Tigerkind

und öffnet alle Sinne.

Ich denke auch an den Geburtsprozess. Der Moment, wo das Kind im Kanal liegt. Es gibt kein zurück und vorwärts geht´s grad auch noch nicht. Was dort für Kräfte wirken und wie mag sich dort Mensch ohne Zeitempfinden fühlen, wenn er aus der Wohlfühlatmosphäre hinaus gedrängt wird in eine ungewisse Zukunft? Bei vielen ist dieser Zustand unter Medikamenten nebulös verdeckt worden. Dies schafft einen Zustand der Verwirrung.

Meine Spannung liegt zwischen der Starre, Gewohnheit und der Rebellion, zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen innen und außen. Ein Übergang und ich bin dabei! Außen findet ein Informations- und Verwirrungskrieg statt: Schau hierhin! Mach dies! Lass das! Und wenn du das jetzt machst/ nicht machst, dann….! Versuchungen und Ablenkungen an jeder Ecke. Möchte ich hier hin meine Aufmerksamkeit lenken? Macht hat ja nur einen Einfluss, wenn ich mitmache. Hat das da draußen auf mich einen Einfluss? Ist mein Leben davon abhängig, vom Außen? Wenn ja, dann brauche ich auch einen Messias, der mich rettet und wenn der nicht kommen mag, dann bin ich wohl am A….

Überhaupt dieser Zustand der Langeweile! Kaum auszuhalten. Ja, zurück in diese Giftbrühe will ich nicht und nach vorne blickend, weiß ich es noch nicht! Muss ich das? Ich halte es jetzt einfach mal aus, beobachte mit geschärften Sinnen den Raum, bleib hellwach. In der Ruhe liegt die Kraft. Ein Kätzchen hat noch nie Beute gemacht, in dem es wild und fuchsig vorm Mauseloch hin und her rennt und eine Riesenwelle macht.

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