08.März 2021

Tagebucheintrag einer Fastenden. Seit Jahren keine Glotze, kein Radio und nun keine Informationen mehr.

Nun faste ich auch Angst.

Fasten ist aggressiv. Ich stelle mich meiner eigenen Autolyse. Selbstverdauung. Nichts ist negativ. Es kommt darauf an, wie man es umwandelt, transformiert. Einzig allein die Bewertungen, Einstellungen und Urteile schaffen Unfrieden.

Ich schaffe Bewusstsein über meine Schatten und löse sie auf. Der deep state ist in mir. Tiefer Zustand. Bewusstsein heilt und die Interpretation der Schatten ist die Notwendigkeit für den kommenden Schritt in der Evolution. Metanoia statt Paranoia.

Ich konfrontiere mich mit meiner Angst und besuche den Schreckensort (<- lässt sich anklicken). Ich hole mir einen Einkaufswagen und sehe, es wurde eigens eine Desinfektionsanlage für diesen errichtet. Wenn man will. Hab ich nirgends sonst entdeckt. Es wundert mich hier nicht. Ob die zwei „Hunde“ (Security) mich erwarten werden? Ich muss an meinen Vater denken. Der hatte so viel Angst vor der Welt, dass er sich große, abgerichtete Hunde (Schäferhund, Dobermann und Rottweiler) hielt. Die machten selbst vor uns Kindern keinen Halt.

Mein Vater hielt sich selbst nicht für ängstlich, sondern die Welt für gefährlich. Die arme Kreatur trug keine Schuld. Ich bin ihm sehr dankbar, meinem Vater. Er schulte mich. Das waren Einweihungen und ich bin auf vieles sehr gut vorbereitet. Ich weiß, wie man Hunde dressiert und ich weiß noch viel, sehr viel mehr.

Auf Security kann der Marktleiter wohl verzichten. Es scheint alles zu laufen, die Menschen in der Spur. Dafür ist der Laden um zig rote Linien, Schilder reicher und sehr leer, im Vergleich zu früher. Gaaaanz langsam schiebe ich meinen leeren Wagen durchs Geschäft, werde zweimal ermahnt und bleibe erstaunlich ruhig. Nur ein leichtes Zittern in den Händen. Warum werde ich ermahnt? Einfach weil ich mich als freier und lebendiger Mensch zu erkennen gebe. Das reicht und triggert traumatisierte, gefühlsblockierte Menschen. Erhobenen Kopfes, aufrecht, halte ich Stand. Ich bin sicher. Laut grüßend verlasse ich diesen Laden und ich lasse die ganze Angst an diesem Ort. Rein gar nichts nehme ich noch mit. War vorher woanders einkaufen. Ich bin frei. Juhuuu!!

Ich bin wie eine Schraube, die man in ein Werkstück, eine Maschine drehte. Das versprach mir Halt bis ich erkannte, das bin ich doch gar nicht! Ich bin nicht dieses Werkstück und doch damit verbunden. Und ich erkannte, ich bin aus dem selben Material. Und dann fing ich an mich Stück für Stück da raus zu drehen, gegen alle Widerstände. Die sagen dann man hätte eine Schraube locker😊. So drehe ich und drehe, Runde für Runde, und es scheint als würde sich viel wiederholen. Dabei bemerke ich nicht, es geht nach oben, es geht raus. Drum will ich dem Prozess vertrauen. Das Werkstück findet mich doof, denn es löst sich dabei auf. Ich bin aus dem gleichen Material und die Gemeinsamkeit erzeugt auch viel Druck und Leid in mir. Und wie bei einem Oxymoron nutze ich diesen ganzen Druck. Sterbe und werde. Ein Teil in mir stirbt und ein neuer, verborgener, besser gewappneter, der gesund ist, springt, mutig, ins neue Leben.

Ich bin frei zu denken, was ich fühle und zu fühlen, was ich denke und nicht, was ich denken und fühlen soll. Ich bin frei wahrzunehmen, was ist und nicht, was sein soll.

Es gibt da draußen nichts, was ich bekämpfen muss, weil ich keine Illusion bekämpfen kann. Ich kann nicht dem entgegentreten, was nicht ist. Gehen Sie bitte weiter, es gibt hier nichts zu sehen!

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