09.Januar 2021

Es ist nunmehr fast 1,5 Jahre her, da fasste mich ein fester Gedanke: du haust hier ab! Nach Kanada! Bloß weg hier, weg aus diesem Land.

Mit Ausbruch des 2.Weltkrieges floh ein Mann (leider vergaß ich seinen Namen) aus Angst auf eine weit entfernte Insel. Dort angekommen wurde diese Insel bombardiert und er verstarb. Und es gibt sogar Menschen, die haben nichts davon mitbekommen und waren ganz erstaunt, was für Geschichten später an ihr Ohr drangen. Einfach weitergelebt und nichts gemerkt.

Warum ist das so? Warum bekommt einer Krebs, der andere Diabetes? Warum der eine Grippe und der andere nicht? Goldmund pflegte seine an Pest erkrankte Frau und bekam diese nicht. An diese Filmszene, die ich im fast leeren Kino am 14.03.20 sah, erinnere ich mich sehr gern.

Als BTA braucht man mir nichts erzählen und ich hatte vor jenem nicht einmal Angst. Durchschaute es sofort als übelsten Manipulationsversuch. Frei von Angst bin ich aber nicht gewesen. Meine Angst ist die Angst vor einer Diktatur. Das konnte ich überall sehen, weil es in der Familiengeschichte liegt. Durch „Zufall“ hatte ich das damals entdeckt und wusste davon. Kenne deine Wurzeln. Die Familie hat alles überlebt, bis auf meinen Onkel und ein Neugeborenes, wenn auch schwer verletzt, enteignet, gebrochen.

Wäre ich damals einfach abgehauen, wäre ich jetzt da wo ich bin? Hätte ich davor weglaufen können? Nein. Und, wenn doch, hätte ich sehr viel verpasst in meinem Leben. Ich bin also ein Gewinner, denn ich stelle mich diesen Ängsten. Mit einer Leiden-schaft zum Aufräumen fege ich durch alle Räume. Schornsteinfeger bringen Glück! Und machen immer Dreck, bzw. wirbeln ihn auf. Geht nicht ohne. Mit Bürsten geht´s an hartnäckige Ablagerungen und Schichten, die über Jahre entstanden sind. Danach wird´s aber immer besser.

Hat der Schornsteinfeger Schuld am Dreck?

Auf jeden Fall bin ich radikal! Und „Courage“ sei Dank! Mut ist nämlich das, was man macht obwohl man Angst hat. Ich mache es trotzdem. Und „Courage“ hat die Eigenschaft das Innerste nach außen zu kehren und abzuschleifen. Solange bis es glänzt. Wenn man denn will.

Muss keiner verstehen. Mit dem Verstand kommste eh nicht überall hin. Wenn es nur nach dem ginge, so stürben wir alle und dann ist es aus. Game over. Vorher hält er uns den ganzen Tag im Hamsterrad und wittert überall Feinde. Der Schelm!

Im Geschäft soll ich den Zettel vorweisen und sage Nein! Der Geschäftsführer und seine Angestellte erklären mir warum und geben mir Einblicke in ihre Welt, was sie so tagtäglich erleben. Es geht nicht einmal um „Was glaubst du?“ und es interessiert auch keinen. Wir hauen uns auch keine Fakten an den Kopp. Jeder versucht auf seine Art und Weise damit umzugehen und niemand ist von diesen Umständen erfreut. Nachher verstehen wir uns alle, ich zeige gern den Zettel und ein jeder geht als Gewinner seinen Weg. Ich habe ihnen zugehört und sie mir. Darum geht es.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.