06. Oktober 1984

Ist es nicht verwunderlich wie alle ihren manipulierten Verstand vor sich hertragen? Alle? Ich weiß es nicht.

Vor Jahren habe ich es einmal gewagt und eigentlich wusste ich gar nicht, wie mir passierte. Dabei habe ich mich auf der Bühne ordentlich im Vorhang verheddert, stolperte und fiel der Länge nach hin. Was hatte ich getan? Ich habe die Täter beim Namen genannt, sie entlarvt. Besonders stolz bin ich nicht darauf gewesen und es ist mir auch nicht gut gelungen. Wenn man zur Wurzel des Lotus will, muss man im Dreck wühlen und dabei kommt so ziemlich viel Schmutz ans Tageslicht. Immerhin hatte ich den Mumm es ohne Maske zu tun! Ehrlich halt.

Der Hohn, der Spott, die Rufe: „Mörderin!“ im anonymen Publikum waren laut und schmerzten. Der Rest hat weggesehen, war Zaungast. Niemand hat geholfen.

Ich lag tot, feuerrot, verbrannt im Scheinwerferlicht und ging, heraus aus der Höhle in die Fremde, in die Einsamkeit, zu den Krimtataren.

Es war das Beste, was mir je passiert ist!

Zwei Jahre, damals ging die Zeit noch etwas langsamer, habe ich gebraucht, um meinen konditionierten, missbrauchten Verstand auf Vordermann zu bringen und das Herz zu aktivieren. Ich verfiel in Staunen, Wut und Kopfschütteln über so viel Schein, Lüge und Trug. Ich öffnete mich weit und las, lauschte bei den „Bösen“, den „Ausgestoßenen“, den „Geächteten“. Sie haben vieles verdreht, uns den Kopf verdreht. Ich war damals brav und folgte. Ich jagte „Nazis“ und „Umweltsünder“. Glaubte an „Feinde“. Ich glaubte, die Bösen seien die „Guten“ und die Kriegstreiber setzen sich für „Frieden“ ein. Ich fiel auf lechts und rinks herein. All diesen Scheiß habe ich blind geglaubt. Und dann hat sich alles umgedreht. Das war sehr schwierig.

Hiermit möchte ich die „Feinde“, so manchen Präsidenten, Künstler, Mitmenschen um Verzeihung bitten. Und die, die ich vergaß, bitte ich auch: Verzeihen Sie mir. Sehen Sie mir die üble Nachrede nach. Ich war ein Kind von vielen, naiv und gutgläubig und missbraucht. Der Missbrauch fing sehr früh an. Vielleicht können Sie es akzeptieren. Ich selbst stehe staunend davor und kann nur noch die Schultern zucken.

The end of cave, Acryl auf Leinwand, 80×100, 2020

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