Jetzt, Hier und Immer

Schon als Kind war ich fasziniert von der Natur, den Tieren und am liebsten spielte ich tagelang im Wald und in den Wiesen. „Wir spielten uns fast zu Tode“, so oder so ähnlich sagte es einmal Astrid Lindgren in ihrer Biografie. Wen wundert es, dass ich als Hauptfach Biologie wählte und Biologisch technische Assistentin wurde. Dort brachte man uns bei, dass es schlimme, wenn auch faszinierende, Einzeller oder Erreger gibt, die uns krank machen. Plötzlich springen sie einem an den Hals, dringen in uns ein, befallen, überwältigen uns und dann vermehren sie sich und wir sind malade. Pech gehabt, irgendwo angesteckt, weil kontaminiert, verseucht.

Das ist das, was hängen blieb und ehrlich gesagt, habe ich den Rest vergessen. Auch, weil ich nie in einem Labor gearbeitet habe und es vertiefte. Ich müsste vieles auffrischen. Ich behielt Pflanzennamen und erkenne viele. Das macht auch Sinn. Beim Rest weigert sich mein Geist. Er hat alles aussortiert, für unwichtig erklärt. Eine wunderbare Eigenschaft.

Was, wenn es da draußen keine Feinde gäbe? Keine bösen Bakterien, keine bösen Viren, die uns böses wollen. Was, wenn Krankheit kein Zufall wäre?  Ja, das mag das Ego nicht. Aber mal weiter überlegen….Was, wenn wir krank werden, weil wir in uns einen Konflikt haben? Weiß ja ein jeder: Stress macht zum Beispiel krank. Das hieße, nicht wir werden befallen, sondern wir haben in uns etwas erzeugt, dass dann mit dem Außen in Resonanz ginge. Und da die wirklich überall sind, also Viren und Bakterien, sogar massenhaft in uns und um uns leben, wir überwiegend daraus bestehen, und immer nachweisbar sind, finden wir sie halt auch. Ist so. Du findest immer das, wonach du suchst. Gedanken erschaffen Realität und die Beobachtung beeinflusst die Wirklichkeit.

Nehmen wir zum Beispiel einmal die Angst. Todesangst zum Beispiel. Diese erzeugt Stress in uns und wir hyperventilieren. Die Lunge denkt: oh, mehr Sauerstoff! Muss ich mehr Gewebe produzieren! Der da oben atmet unerlässlich und sehr viel, brauche ich also mehr Zellen, oder Epithelgewebe, um damit fertig zu werden. Er ist so lieb, der Körper, und tut uns den Gefallen. Wenn wir uns wieder beruhigt haben, weniger, also wieder normal atmen, ist das jetzt aber über. Wohin damit? Abhusten! Alles muss raus! Wir räumen das Lager! und wenn´s ginge, gäbe es bestimmt auch Prozente!

Oder wir erleiden einen Trennungskonflikt. So was geht an die Haut. Manchmal haben wir uns ja schon erholt und die Haut zeigt es noch. Dauert halt und eigentlich kann man da nicht mehr von einer Krankheit sprechen, sondern von Reparatur.

Wir ekeln uns, oder etwas kommt uns über die Lippen, ist uns so herausgerutscht oder eben nicht. Zack: Herpes!

Wir ärgern uns (Abwertungskonflikt)und könnten Galle spucken? Oder der Magen dreht sich um? Frisst ein Loch, also der Ärger.

Und dann kommen sie halt. Bauen ab oder um, entfernen, räumen auf. Wir kennen das aus dem Wald. Fichten blöderweise am falschen Standort gepflanzt, damit es schneller geht, weil man keine Geduld hatte? Zack, kommt der Borkenkäfer! Ist der böse? Pilze bauen Altholz ab. Sind die böse? Nein, sie machen ihren Job! Und wir wissen, was passiert, wenn man, so wie früher, das Altholz entfernt, damit es „sauberer“ aussieht oder man Helferlein tot spritzt.

Mal angenommen so, oder so ähnlich, könnte es sein. Mal angenommen, dass sind keine Feinde, sondern kleine Helferleins! Und wir wären so unterbemittelt, dass wir nicht erkennten, wir brauchen die gar nicht zu behandeln! Ganz im Gegenteil: wir sollten uns helfen lassen, sie nicht stören, uns Ruhe gönnen und an Heilung glauben, lieb zu uns sein, Fehler eingestehen, vergeben. Der Sache später auf den Grund gehen und uns dabei erkennen! Ja, erkennen, da ist etwas in uns, dass möchte erkannt und geheilt werden.

Wir wären Riesen! Wir lebten in Verantwortung. Wir bräuchten keine Medizin (die meiste wäre bestimmt total überflüssig!) und keinen aufgeblasenen Gesundheitsapparat (wie jetzt), der alles durcheinander bringt. Was könnte man dort an Geld und Zeit sparen! Wir würden uns gesund ernähren, uns pflegen, mal die Seele baumeln lassen und unser Immunssystem stärken. Wir glaubten an Gesundheit und nicht an Krankheit. Ein kleiner, wenn auch entscheidener Unterschied.

Aber, Moment! Nee, das wäre ja blöd. Also, für diejenigen, die davon richtig gut leben. Ach, nee, war eine doofe Idee.

Vielleicht doch besser, ich glaube daran, dass mir jemand im Außen ans Leder will, die Welt ein schrecklicher Ort ist und ich in Habachtstellung rumlaufen muss, das Gewehr durchgeladen. Ist halt Krieg. Überall Gefahr! Ist auch schön, wenn man einem die Schuld in die Schuhe schieben kann.

Macht zwar total Stress und dann bin ich echt in Angst und Sorge, getrieben, den ganzen Tag, nachts schlaflos, aber es gibt ja Pillen! Ist zwar total behämmert, weil negative Gedanken halt auch Negatives anziehen. Ja, mei! Kannste nix machen.

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