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Tag 46


"transfer" auf Papier


Heute ist der erste Tag, wo "er" ruhig bleibt.

So langsam hat er es geschluckt.

Am Anfang war dort noch Widerstand.

Dafür. Dagegen.

Engel. Teufel.

Jetzt hat er kapituliert.

Sie geht und zieht das durch.

Sie geht ins Wasser.

Komme, was wolle.

Wolle, was komme.


Wir haben viel diskutiert miteinander.

Wir sprachen über Angst und Relativität, Ärger, Ehrgeiz und Grenzen.

Mut tauchte auf und Neid.

Dann Stolz. Und Freude war mit dabei.

Wir verglichen und "er" träumte vom Meer und vom warmen, türkisfarbenen Salzwasser mit Blubbern! Mindestens Bali und mit Palmen. Ist auch gesund, sagte er. Warum muss das denn so kalt sein? klagte er.

Es sei gefährlich und gesundheitsschädlich, hob er an.

Heute ist es zu kalt! warnte er.

Das ist gesund! war ihre Antwort.

Komm da raus, du wirst krank und holst dir eine Blasenentzündung! sagte die Mutter, während das Kind freudig spielte und neugierig ausprobierte.

Sie saßen dort an der Brücke mit dem Totenkopf und diskutierten, während sie dabei einfach ins Wasser ging und still beobachtete.

Und atmete.



Wir haben über Disziplin geredet.

Ganz besonders geärgert hat sie sich über die für sie sinnlose Frage:

Ist das kalt?

Ja, diese Frage versteht sie nicht.

Sie kommt von oben, von der Brücke, meistens skeptisch beäugend, schlicht aus einer anderen Welt.

Sie meint, das müsse man einfach mal real ausprobieren und nicht mental überdenken.

Komm, probiere es aus, rief sie von unten und meistens wurde abgewunken.

Wieviel Grad hat es denn? wird oft gefragt......


Nun, es ist irgendeine Zahl und welche, ist eigentlich ganz egal.

Es ist genau das, was du meinst, das es sei.

Im Winter können 10 Grad relativ warm und im Sommer relativ kalt sein.

Stehst du drin, ist es gleich.

Gehst du rein, ist es kühl.

Kommst du raus, ist es warm.

Es ist einfach, was es ist.


Jetzt murrt er nicht mehr.

Er fügt sich und wir beobachten die Schwäne, die neugierig immer näher kommen.

Auch sie haben sich an diesen komischen Vogel im Wasser gewöhnt.

Die Leut auf der Brücke lachen meistens und freuen sich.

Jene, die da kritisch sind, gehen still vorbei.

Sie denken sich ihren Teil, was okay ist.

Es ist freiwillig.


Eine Selbsterforschung.

Kann man tun. Muss man aber nicht.


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